Bewegungs-Art Physiotherapie für Tiere - "Aus Freude an Bewegung"

 

 

 

 

Blutegeltherapie

 

 

 

Die Blutegeltherapie, als ausleitendes Heilverfahren, gehört ebenfalls zu den uralten Therapieverfahren. Seit über 2.000 Jahren setzt der Mensch den medizinischen Blutegel (Hirudo medicinalis oder Hirudo verbana) zu therapeutischen Zwecken ein. Auch Wildtiere nutzen instinktiv die heilenden Wirkstoffe der Saliva (= Speichel des Blutegels). Noch lange nicht sind alle Wirkstoffe der Salvia identifiziert und Wissenschaftler scheiterten bislang kläglich daran, die Wirkstoffe der Salvia des Blutegels künstlich zu erzeugen. Man weiß nachweisbar bislang lediglich von 35 verschiedenen Enzymen und sieben entzündungshemmenden Substanzen.

 

Die nachfolgend aufgeführten Substanzen sind nur ein kleiner Einblick in die Vielfalt der Salvia des medizinischen Blutegels:

 

  • Hirudin (Blutgerinnungshemmer) wirkt lymphstrombeschleunigend und thrombenauflösend
  • Eglin (B und C) wirkt entzündungshemmend und hemmt ebenfalls bakterielle Verdauungsproteasen
  • Bdellin wirkt gerinnungs- und entzündungshemmend
  • Calin wirkt länger gerinnungshemmend als Hirudin und verlängert die erwünschte Nachblutung (Reinigung der Wunde)
  • Piyavit wirkt antithrombotisch
  • Hementin und Orgelase wirken durchblutungsfördern
  • Hyaluronidase wirkt u.a. antibiotisch
  • Acetylcholin (histaminähnliche Substanz) wirkt gefäßerweiternd
  • Apyrase und Kollaenase sind ebenfalls gerinnungs- und entzündungshemmend
  • Destabilase M löst die Blutgerinnung
  • Destabilase L wirkt antibiotisch
  • Yagin wirkt antithrombotisch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine Blutegelbehandlung wirkt demnach:

 

  • antibakterizid und antiphlogistisch
  • schmerzlindernd
  • antithrombotisch und durchblutungsfördernd
  • lymphstromsteigernd
  • immunstärkend

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Blutegeltherapie geht über die reine physiotherapuetische Behandlung weit hinaus Nachfolgend aufgeführte Krankheitsbilder lassen sich behandeln:

 

Indikationen:

 

  • Abzesse
  • Athrose
  • Ataxie
  • Bandscheibenvorfälle
  • Blutohr
  • eiternde Wunden
  • Exzeme
  • Entzündungen
  • Furunkel
  • Gelenskdegenerationen
  • Gelenkgallen
  • Gelenksdysplasien
  • Hämatome
  • Hautveränderungen
  • Hufrehe
  • Myogelosen
  • Narben
  • Nervenentzündungen
  • Ödeme
  • Ohrekzeme
  • Operationswunden
  • Patellaluxationen
  • Prellungen und Quetschungen
  • Rheuma
  • Sattel- oder Gurtdruckstellen
  • Schleimbeutelentzündungen
  • Spondylosen
  • Stumpfheilung nach Amputationen
  • Sehnen- und Sehnenscheidenentzündungen
  • venöse Stauungen
  • Wundheilungsstörungen
  • Zeckenbisse

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kontraindikationen einer Blutegelbehandlung:

 

  • Anämie (Blutarmut)
  • Hämophilie (Bluterkrankheit)
  • arterielle Verschlußkrankheit (AVK)
  • Einnahme von blutgerinnungshemmenden Medikamenten (z.B. Marcumar, Heparin, Falithrom, Comadin)
  • Autoimmunerkrankungen
  • erheblich geschwächte Immunabwehr (z.B. nach Chemotherapie oder Infektionskrankheit)
  • Krebserkrankungen / maligne Tumore
  • Allergien (insbesondere gegen Histamin)
  • Diabetes mellitius
  • Fieber
  • schlechter allgemein Zustand, schlechte Konstitution
  • Leukämie
  • Magengeschwür
  • Niereninsuffizienz
  • quecksilberhaltige Medikamente
  • Schmerzmittel mit blutverdünnender Wirkung (z.B. Aspirin, Rimadyl, Equipalazone)
  • Welpen
  • trächtige oder säugende Hündinnen
  • kurz nach Gabe eines Parasitenabwehrmittels
  • Tierpatienten, die weniger als 6 kg wiegen

 

 

 

Mögliche Nebenwirkungen:

 

  • verlängerte Nachblutung
  • juckende Rötung an der Bissstelle
  • Wundinfektion
  • lokale vorübergehende Schwellung (Gelenkerguss) oder Lymphknotenschwellung
  • Kreislaufstörung
  • Sekundärinfektion (z.B. durch kratzen, lecken etc.)
  • allergische Reaktion

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In der Regel tolerieren die Tierpatienten eine Blutegeltherapie sehr gut. Die wenigsten Tiere versuchen, die Blutegel los zu werden und sind während der Behandlung vollkommen entspannt. Man kann davon ausgehen, dass Tiere instinktiv die heilende Wirkung erspüren können. Dafür spricht auch, dass Wildtiere häufig Tümpel und Teiche aufsuchen, in denen Blutegel leben, um sich von schwimmenden Mini-Apotheken "verarzten" zu lassen.

 

Die Wirkung einer Blutegeltherapie ist sehr unterschiedlich. In vielen Fällen tritt die Wirkung schon kurz nach der Behandlung ein, in anderen erst nach nach 1-5 Tagen.

 

Auch die schmerz- und entzündungshemmende Wirkung hält unterschiedlich lang an.

Sie kann ein paar Wochen oder auch mehrere Jahre andauern. Bei akuten Problemen reicht oft eine Behandlung. Bei chronischen sollte eine zweite Behandlung im Abstand von zwei bis drei Wochen erfolgen, um maximale Ergebnisse zu erzielen.

 

Der Patient sollte nach einer Blutegelbehandlung zwar bewegt, aber nicht übermäßig stark körperlich beansprucht werden. Bewegung beeinflusst die Therapie zwar positiv, jedoch wird die Nachblutung durch die Bewegung auch verstärkt.

 

Da der Patient auch einen erhöhten Blutverlust hat, normal sind 25 – 30 ml pro Egel, es können aber auch schon mal 50 ml

pro Egel sein, sollte von einem anspruchsvollen Training für mindestens zwei Tage abgesehen werden, da die Nachblutung

bis zu 48 Stunden andauern kann. In der Regel beträgt die Nachblutungszeit jedoch lediglich eine bis vier Stunden.

 

Die Nachblutung ist ein durchaus erwünschter Effekt der Behandlung (u.a. Selbstreinigung der Wunde, Aderlass) und sollte möglichst nicht unterbunden werden. Lediglich ein leichter Verband kann u.U. angelegt werden, der das Nachbluten weiter zulässt, ohne das traute Heim in Mitleidenschaft zu ziehen. Dass der Patient nach einer Blutegelbehandlung nicht unbeaufsichtigt bleiben darf versteht sich von selbst. Es ist darauf zu achten, dass der Patient nicht übermässig an den Bissstellen der Blutegel leckt. Gegebenenfalls sollte ein Leckschutzkragen für ein bis zwei Tagen angelegt werden.

 

Gern informiere ich Sie näher zum Ablauf einer Blutegelbehandlung in einem persönlichen Gespräch. An dieser Stelle soll lediglich noch erwähnt werden, dass Sie für eine Blutegelehandlung ein bis anderthalb Stunden Zeit einkalkulieren sollten, da im voraus nie zu sagen ist, wie lange die Egel saugen und, dass Sie möglichst keine Phobie gegen Blut im allgemeinen haben.

Die Größe und Anzahl der eingesetzten Blutegel richtet sich nach der Größe des Patienten und dem Krankheitsbild.

Bei einem Hund von der Größe eines Golden Retrievers kommen im Schnitt drei - vier Blutegel pro Behandlung zum Einsatz.

 

 

 

Hier kann man sehr gut die Saugbewegungen der Egel sehen, einer war schon fertig, aus dessen Bissstelle tritt das Blut aus... die Nachblutung kann ein paar Stunden andauern und ist durchaus erwünscht...

 

zum Video klick hier (Facebook)

 

 

 

 

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